Wir
Wochenend
rebellen

Wir Wochenendrebellen - Buchcover
Wir Wochenendrebellen

Wer sind die Wochenendrebellen?

Foto: Sabrina Nagel, siesah.de

Ich bin Mirco, 40 Jahre alt und Vater einer sechsjährigen Tochter und eines zwölfjährigen Sohnes. Jason nennt mich meist "Papsi", aber er nannte mich auch schon einen Vollidioten – und da hatte er gar nicht mal so unrecht. Ich reise mit Jason, wann immer es die Zeit zulässt, durch Deutschland und besuche Fußballspiele.

Die Anreise zu den Spielen mit dem Zug war wertvolle Arbeitszeit, und doch auch angenehm komprimierte Zeit mit meinem Sohn. Unterm Strich gehöre ich wohl zu den sehr reich mit Glück beschenkten Menschen:

Ich habe eine großartige Familie, all meine Lieben sind gesund, ich umgebe mich oft mit wirklich tollen Menschen und ich habe einen Job, in dem ich täglich mit Pizza zu tun habe. Viel mehr geht nicht.

Wir touren durch die Stadien, weil ich dem Sohn damals versprach, er könne sich alle Fußballvereine erst einmal live daheim im jeweiligen Stadion anschauen, bevor er sich entscheidet, welcher Club sein persönlicher Lieblingsverein sein soll. Und heute, knappe sechs Jahre später, sind wir in der eigentlichen Kernfrage auch kein Stück weiter gekommen.

Das hat mich zu einem sehr glücklichen Menschen gemacht.

Jason liebt Fußball, aber es sind andere Dinge, die er noch mehr liebt, und vermutlich geht es weit über 90 Prozent der Stadionbesucher ähnlich wie mir zu Beginn unserer Reisen: sie würden den Kopf schütteln, wenn Jason seine Stadionerlebnisse schildert.

Seine spannenden Entdeckungen und seine ganz eigene Wahrnehmung von emotionalen Ausbrüchen der schwerstens tätowierten Oberkörper-frei-Bande auf dem Zaun oder der Fingernagel kauenden Haupttribünensitzer sind amüsant, und im Rahmen seiner eigenen, ebenfalls außergewöhnlichen und sehr sprunghaften Art, Fußball live zu konsumieren, bilden sie das abstruse Rahmengebilde unserer Touren.

Jason ist Asperger-Autist und er beschreibt es selbst am besten, wenn er sagt, dass dies eine Behinderung sei, die nicht zu unterschätzende Behilflichkeiten mit sich bringe.

Ich bin sehr stolz auf ihn. Er ist ein sehr angenehmer Gesprächspartner und ein gutes Moralbarometer in gesellschaftlich stürmischen Zeichen.

Einerseits kann man sich mit ihm unterhalten wie mit einem jungen Mann, der in verschiedenen, teils sehr speziellen Themenbereichen, wortgewandt und auf Basis starker Argumente diskutieren kann, wie ein Erwachsener.

Andererseits legt er ein geradezu ekelhaftes Maß an Konsequenz an den Tag und seine Goldwaage misst auch kleinste Milligramm-Bereiche. Das ist beeindruckend, weil ich so etwas nicht für möglich gehalten habe und eben ekelhaft, weil es die eigenen Maßstäbe so in Frage stellt, wenn es um ganz eigene Probleme geht, deren Lösung man mit nicht ausreichender Konsequenz anstrebt.

Jason ist aber auch der Junge, der sich morgens nicht alleine anzieht und der niemals zu einem Friseur gehen würde, sondern, wenn überhaupt, dann zu einem Schnippinator, und er allein bestimmt, was beim gemeinsamen Frühstück auf dem Frühstückstisch serviert werden darf. Er gibt das Regelwerk vor, in dem wir uns als Familie bewegen.

Für diesen Jungen bewahren wir Beutel mit Scherben von zerbrochenen Gläsern auf, weil irgendwann eine Reparaturtechnologie erfunden wird. Er schläft bei uns im Bett, weil man manche Dinge eben nicht einfach ändern kann, und an Geburtstagen von Bekannten wird er eben beschenkt, weil das so sein muss. Es ist kompliziert.

Wir sind auch durch die Stadien gezogen, weil ich dachte, dort die Zeit zu finden, meinem Sohn was beizubringen, ihm etwas mitzugeben, was er brauchen kann.

Unterm Strich muss ich mir wohl nach knapp sechs gemeinsamen Reisejahren eingestehen, dass das Lehren- vs. Lernen-Verhältnis ungefähr ausgewogen ist.

Ich liebe seinen sensiblen, sorgsamen Umgang mit der Natur und habe trotzdem Verständnis für jeden, der ihn, oberflächlich betrachtet, für einen empathielosen Tyrannen hält. Er variiert im Verhalten unregelmäßig, groben Mustern folgend, aber tendiert schnell stark in extreme Verhaltensweisen, die sich niemals leicht und manchmal gar nicht auflösen lassen.

Jason ist sehr direkt und drückt seine Gefühle völlig frei und ungeachtet des sozialen Zusammenhangs aus. Nicht jeder kommt immer in den Genuss, dies ausschließlich aus der positiven Perspektive zu genießen.

Er ist in der Lage, feste persönliche Überzeugungen wissenschaftlich oder aus der Logik heraus zu überwinden und sich in komplexen Diskussionen sehr faktenorientiert zu bewegen. Seine Kommunikation ist stets klar und frei von Zwischentönen, und man merkt, dass er ritualisierten Small Talk hasst, sich aber innerhalb eines ihm geläufigen Themas schnell zum sympathischen oder anstrengenden Wasserfall wandeln kann.

Ein toller Kerl, der für sich einen Weg gefunden hat, Probleme auf ungewöhnlichste Art und Weise zu lösen oder eben sehr deutlich und nachhaltig eine Lösung einzufordern vermag. Das ist anstrengend, und ohne die Liebe und die Kraft meiner Frau und die Genügsamkeit meiner Tochter nicht händelbar.

Meine Frau und meine Tochter sind die medizinische Abteilung, der Trainerstab, der Vorstand, der Finanzausschuss und die Motivationstrainer sowie unsere lautstarke Fankurve.

Ohne die Geduld und den Verzicht auf gemeinsame Zeit zu Hause wären unsere Abenteuer so nicht möglich. Das kann man nicht oft genug in aller Deutlichkeit erwähnen.

Wir sind die Wochenendrebellen.

Was wir so tun, warum wir es tun und wie wir es tun, wurde als Trailer im Rahmen der diesjährigen Verleihung des Grimme Online Awards ganz hübsch in neunzig Sekunden verpackt.

Seit etwa zwei Jahren arbeiten Jason und ich nun an einem gemeinsamen Buch, in dem wir unsere Geschichte erzählen. Er leitet das Buch mit einigen seiner Gedanken ein. Ich darf im Mittelteil von unseren Abenteuern in den Fußballstadien dieses schönen Landes und ein wenig über unsere Erfahrungen im Nachgang der Diagnose, unsere Erziehungsstrategie und unseren Umgang mit dem Leben als Familie der Wochenendrebellen berichten. Jasons rundet dann mit einem Glossar ab, welches alle eventuell unklaren Begrifflichkeiten, die im Buch auftauchen können, erklärt. Somit ist geklärt, was es mit dem „Krieg im Kopf“ auf sich hat, und man erfährt, was ein Kapo und ein Schnippinator sind.

Von den Bucherlösen der Bücher, die direkt hier bestellt werden, soll auch die Neven-Subotic Stiftung profitieren. Von daher bitte ich eigentlich nur darum, dass diejenigen, die das Buch sowieso online kaufen wollen, dies vielleicht auf dieser Seite tun. Mit jedem der hier aufgeführten Händler sind wir eine Kooperation eingegangen, die mir bis zu 10% des Nettoverkaufspreises als Provision zukommen lassen. Das entspricht je nach Händler zwischen 1 € und 2 €. Die gesamten Einnahmen aus dieser Kooperation gehen Ende des Jahres gesammelt an die Neven Subotic Stiftung. Dies stellt für uns eine schöne Möglichkeit dar, einerseits helfen zu können und andererseits nicht auf Autorenhonorar verzichten zu müssen.

Und ja, natürlich dient diese gesamte Seite auch zur Vermarktung unseres Buches. Es ist ja auch das beste Buch, das wir je geschrieben haben.

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